Ich versuche zuerst hier zu antworten und dann auf deinen nächsten Post. Bitte entschuldige, dass es aus Zeitgründen natürlich wieder sehr verkürzt sein muss.
Ich will auf deine Antwort zu den Viren Bezug nehmen, denn dort divergieren unsere Meinungen denke ich am stärksten. Du schreibst:
Ich denke, welches Phänomen oder Objekt du auch in dieser Welt antriffst, so hat es stets Bedeutung, denn warum sollte überhaupt etwas auftreten, wenn es nicht in seiner Wirkung eine (unbewusste) Absicht trüge, nämlich, die Absicht zu leben.
Alle Lebewesen dieses Planeten haben ein Ziel: zu existieren und sich am Leben zu erhalten bzw. ihre Art.
So gesehen betrachte ich ein Virus als Lebewesen, denn wenn das Ziel die Reproduktion ist – und das scheint offensichtlich – dann gehört das Virus für mich zu den Lebenden, und da es nicht über eine eigene Gebärfunktion verfügt, sucht es sich eine geeignete Umgebung.
Ich finde, der Begriff "Lebewesen" ist auf Mikroorganismen bezogen sehr irreführend - und noch viel mehr auf Viren, die wie gesagt nicht zu diesen gehören, da sie kein Organismus sind.
Viren sind im Prinzip nur biochemische Giftstoffe. Sie leben nicht. Sie reagieren nicht auf ihre Umgebung. Sie haben kein Bewusstsein. Der einzige Unterschied zu einer nicht-biologischen Chemikalie ist der, dass sie von einem Organismus, der sie aufnimmt, vervielfältigt werden, und dass Vergiftungssymptome (=die Krankheit) daher stärker zeitverzögert auftritt (oder aber durch das Immunsystem unterbunden werden kann). Sie erfüllen nicht die gängen Definitionen der Begriffe "Leben" oder "Wesen".
Ein Virus will nichts, ein Virus sucht nichts. Ein Virus ist, ist sich dessen aber nicht bewusst. Das gilt übrigens genauso für Bakterien. Sie sind einfach, aber ohne jegliches Bewusstsein. Auch hier können wir diskutieren, ob sie denn ein "Wesen" haben können.
Eine weitere Sache möchte ich voraus schicken:
Der Tod selbst ist ein Feind geworden.
Ich sage: Der Tod war schon immer ein Feind. Wir können uns natürlich darin üben, ihn bis zu einem gewissen Grad als natürlich zu sehen und ihm den Schrecken zu nehmen... Ein Denken das - und da stimme ich dir zu - in unserer heutigen Gesellschaft durchaus zu schwach ausgeprägt ist, gerade mit Blick auf oft sinnlose und gegen die Patientenwürde gerichtete lebenserhaltende Maßnahmen.
Aber dennoch bleibt der Überlebenstrieb in unserer DNA vorprogrammiert, und es ist unsere (und aller anderer Lebewesen) Natur, uns gegen den Tod zu wehren.
Lass mich den Gedanken weiterspinnen: Da wir auch auf Reproduktion getrimmt sind, liegt es auch in unserer Natur, dass der Überlebenstrieb schwächer wird, sobald diese unwiederruflich abgeschlossen ist und uns unser Nachwuchs vielleicht gar nicht mehr braucht. Ältere Menschen können sich mit dem eigenen Tod daher vielleicht besser anfreunden, ihren Frieden damit schließen. Jungen Menschen bleibt das durch ihre Natur verwehrt.
Wir haben heute - obwohl wir immer älter werden - eine Gesellschaft der Jungen bzw. Jung-sein-wollenden. Vielleicht erklärt die Dominanz der Jungend auch bis zu einem gewissen Grad die Schärfe der Maßnahmen gegen Covid-19. Es sterben zwar v.a. Ältere daran, die jung denkenden Entscheidungsträger aber fühlen sich mit ihrem eigenen Überlebenstrieb in die Patienten hinein, und gewichten die Verminderung der Lebensgefahr daher viel höher als die Betroffenen selbst, denen es vielleicht lieber wäre, ohne soziale Isolation und dafür mit höherem Risiko zu leben.
Weißt du was ich meine, oder spinne ich komplett vor mich hin? ;-)
Als Start reicht das mal, mehr dann unter deinem neuen Artikel (aber bitte sei nachsichtig, ich weiß noch nicht wann ich dazu komme, und deine Posts erfordern schon eine gewisse Nachdenklichkeit (was bitte als Kompliment zu verstehen ist).