Die atomare Frage

in #deutsch5 years ago (edited)

Isabella Klais / Aufbruch - Wir für Deutschland!

Atomwaffen unterscheiden sich von anderen Waffen nicht nur durch ihre absolut letale Wirkung. Gerade dieses Potential bringt es mit sich, daß sie primär nicht zum tatsächlichen Einsatz bestimmt sind, sondern dem Aufbau einer Drohkulisse zur präventiven Abschreckung eines Angriffes dienen.

Tatsächlich zum Einsatz gebracht wurden Atomwaffen bisher nur ein einziges Mal: 1945 in Japan (Hiroshima und Nagasaki). Dies geschah nicht einmal aus kriegsstrategischer Notwendigkeit, sondern zur Erprobung ihrer Wirksamkeit durch den Kriegsverbrecher, der permanent westliche Werte beschwört. Ein einzigartiges Verbrechen der Geschichte fürwahr - Menschenversuche! Deutschland hatte seinerzeit unsägliches Glück, denn ursprünglich hatten die USA den ersten Abwurf ihrer Neuerfindung über Berlin und Mannheim / Ludwigshafen (Zentrum der Chemieindustrie) geplant. Nur die frühe Kapitulation wendete die Katastrophe von Deutschland ab. Dafür traf es Japan.

Seither untersteht Deutschland über die NATO-Mitgliedschaft dem atomaren „Schutz“ des westlichen Verteidigungsbündnisses, bei dem es sich tatsächlich um ein Angriffsbündnis handelt. Die Stationierung US-amerikanischer Atomwaffen auf deutschem Boden - ohne Verfügungsgewalt oder Mitspracherecht Deutschlands daran - können nur Ignoranten oder Zyniker mit dem Euphemismus „Schutz“ umschreiben. Tatsächlich handelt es sich um eine latente Bedrohung. Deutschland sieht sich dadurch der Gefahr ausgesetzt, Ziel eines präventiven Erstschlages von sich bedroht fühlenden Gegnern der USA zu werden, die die Gefahrenquelle frühzeitig ausschalten wollen. In weiter Entfernung von den USA würde Deutschland zum Kriegsschauplatz, womit sein Untergang besiegelt wäre.

Der Atomwaffensperrvertrag zementiert die atomare Plutokratie: Wer hat, der darf; wer nicht hat, darf nicht. Dabei finden sich unter den atomaren Plutokraten gerade einige der Unzuverlässigsten wieder (siehe oben). Diese arbiträr festgelegte Non-Proliferation ist inakzeptabel. Will Deutschland nicht zur Geisel und zum Spielball anderer werden, muß es seine Verteidigung auch auf diesem Gebiet selbst in die Hand nehmen. Ob die Beistandsgarantie der NATO im Ernstfall greift, bleibt mehr als fraglich, solange sie nicht erprobt ist. Dieser Stresstest aber („Für Deutschland sterben?“) könnte sich im Falle seines Scheiterns als fatal erweisen.

Ein Vorstoß aus den Reihen der CDU, die französischen Atomstreitkräfte (force de frappe) innerhalb der EU zu vergemeinschaften, traf in Frankreich nicht ganz unerwartet auf Vorbehalte; stellen die Atomstreitkräfte zusammen mit der Position als Veto-Macht im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen doch Frankreichs letzte Großmachtrelikte dar, auf die das Land überaus bedacht ist. Beide zur Teilung zur Disposition zu stellen, dürfte in Paris nicht ernsthaft erwogen werden. Wenn Émmanuel Macron diese Idee auf der Münchener Sicherheitskonferenz nun dennoch aufgriff, wird dies in der Absicht erfolgt sein, ihr die Speerspitze zu nehmen und selbst die Kontrolle über diese Debatte an sich zu ziehen. Man sollte inhaltlich nicht zu viel erwarten. Den Konzessionen werden auf französischer Seite enge Grenzen gesetzt sein. Will Deutschland diesen Dialog auf Augenhöhe führen, wird es atomar zu seinem Gesprächspartner aufschließen müssen. Das bisherige Patronatsverhältnis mit den USA durch ein anderes mit Frankreich zu ersetzen, wäre so gefährlich, wie unwürdig, und muß sich von selbst verbieten. Auch Frankreich wird nicht für uns sterben wollen.
In Anbetracht des desolaten Zustandes der bunten Wehr, die die Verteidigungsfähigkeit schon lange nicht mehr garantieren kann, wäre eine wirksame Abschreckung durch Atomwaffen nicht nur eine überaus erwägenswerte Option, sondern das Gebot der Stunde.

https://www.welt.de/politik/ausland/article205876375/Muenchner-Sicherheitskonferenz-Macron-will-ueber-Atomwaffen-in-Europa-sprechen.html
https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/koalition-streitet-um-atomwaffen-pakt-spd-will-keine-beteiligung-an-„nuklearem-wettrüsten“/ar-BBZClcG?ocid=spartandhp
https://www.weltderwunder.de/artikel/projekt-manhattan-wie-knapp-entging-deutschland-einem-atombombenabwurf
https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/münchner-sicherheitskonferenz-siegeszug-einer-lüge/ar-BB102869?ocid=spartanntp
https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/macrons-deutsche-abschreckung/ar-BB1026UG?ocid=spartanntp
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Ich glaube all diese Probleme entstanden, weil die Menschheit nur aus Menschen besteht. Und damit aus unreifen und daher unmoralischen Geschöpfen, die bisher aus unserer Evolution hervorgegangen sind.
Gott sei Dank sind sie nicht in der Lage den Planet Erde zu verlassen, und hoffentlich werden sie das erst können, wenn sie die wirklichen Gesetze verstanden haben und sich auch aus Überzeugung daran halten.

Solange alles das aber nicht der Fall ist, wundern mich Hiroshima, das dritte Reich, der Bau neuer Atomwaffen, nie endende Kriege und Bürgerkriege und die Existenz immer neuer Diktaturen nicht. So sind sie halt - die Menschen.

Vor ungefähr 2000 Jahren schon hat das mal jemand angeprangert und von den Menschen Verhaltensänderungen gefordert. Das wurde schon damals als nicht akzeptabel verworfen, man folterte den Typen und ließ ihn an ein Holzkreuz genagelt verrecken.

Und ob heute jemand auf ihn hören würde?

liebe Grüße
gernfried2000

liebe Grüße
gernfried2000

Herzlichen Dank für diesen sehr zutreffenden Kommentar, lieber gernfried2000. Er sollte nachdenklich stimmen, aber auch dazu auffordern, unseren Beitrag zu erbringen, um nicht ganz in Pessimismus zu verfallen. Wir könnten es ändern, wenn wir wollten. Leider wollen viele es nicht.

Man kann Realität natürlich als Pessimismus bezeichnen und glauben, man könne das irgendwie ändern. Ich glaube das jedoch nicht.

Ich bemühe mich, mich anständig zu verhalten, aber allein schon diese Blockchain mit Text zu füllen kostet Energie, die eigentlich nicht verbraucht werden müsste. Nachdem ich aufs mit Gas geheizte Klo gegangen bin, spüle ich mit feinstem Trinkwasser und danach bestell ich noch ein paar Spülmaschinentabs bei Amazon.

Wie kann ich mich da über die Entscheidungen anderer aufregen und auch noch glauben, daran etwas ändern zu können?

liebe Grüße
gernfried2000

Die Realität ist deprimierend. Ich sehe da keinen Konflikt mit berechtigtem Pessimismus. Aber alles so hinzunehmen, wie es ist, wäre Fatalismus. Einen Unterschied könnte jeder Einzelne schon machen.

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