Nachdem mir ein Freund schon mehrmals positiv über ein Festival berichtet hat, beschloss ich spontan, das ich dieses Jahr gemeinsam mit ihm hinfahren werde. Er färt mit seinem 30 Jahre alten Audi 100 Quattro und ich wollte mit meinem Motorrad fahren. Natürlich kommt bei einer solchen Planung immer etwas dazwischen, bzw. ändert sich etwas. Was aber nicht immer negativ sein muss.
Ich kaufte mir extra ein kleines Zelt, das sich ohne große Mühe auf dem Motorrad verstauen läßt.
Die Tage vergingen und die Freude damit natürlich immer größer.
Plötzlich meldet sich ein anderer Freund und fragt, ob ich ihn mitnehmen könnte. Ok sag ich, dann fahren wir mit 2 Wagen.
Meine minimalistische Planung konnte ich somit über Bord werfen, da ich dadurch natürlich mehr Gepäck mitnehmen konnte. Zb. einen selbstgebauten Kühlschrank...ok es ist eine kleine Holzkiste, die mit Styropor ausgekleidet ist. Mit einer Plastikfolie wird des Ganze dann dicht gemacht und damit es halbwegs gut aussieht und hält, werden die Ränder mit Panzertape abgeklebt.
Man kann aber nicht zuviel mitnehmen, da in meinem Auto nicht extrem viel Platz ist.
Ist nämlich ein kleines Cabrio.
So weit, so gut.
Einen Tag vor der Abfahrt hab ich noch schnell für die Grundversorgung der ersten 2 Tage eingekauft. " 2 Kästen feinstes bayrisches Bier, 2 kg Thüringer Rostbratwürste, 600g Fleisch.
Einen Kasten Bier hab ich noch zusätzlich für meinen Nachbarn gekauft, da er auf meine kleine Luna aufpasst
Nur mein Kram im Auto und es sieht schon so voll aus.
Es ist Mittwoch, 9.15. Zeit den 3. Mann abzuholen. Alles kein Problem. Er hat nur wenig Gepäck und das ist schnell verstaut. Also zurück zu meiner Wohnung und warten auf den anderen Kumpel.
ringring....das telefon klinglt. Ich ahne etwas und das ist nichts gutes.
Sein alter Audi hat Probleme mit der Lichtmaschine und wir sollen doch zu ihm kommen und Panzertape mitbringen. Kein problem. Auf dem Weg zu ihm ist ein Baumarkt und das gewünschte ist schnell gefunden.
Man muss dazu noch sagen. Es regnet gerade, was im weiteren Verlauf noch eine Rolle spielt.
Beim Haus angekommen, macht mein Freund sich auch gleich an die Arbeit. Die Lichtmaschine wird mit Panzertape abgedichtet. Er hat darin schon reichlich Erfahrung.
Nebenbei lässt er die Bemerkung fallen, das es bei so einem Wetter schwierig werden könnte zu fahren, da die Lichtmaschine bei Regen gerne ausfällt.
Es regnet und es wird immer stärker. Ach es wird schon schief gehen. So schlimm kann es ja nicht sein.
Kurz bei der nächsten Tankstelle vorbei fahren, den Tank voll machen und dann sind wir auf der Autobahn.
Schön gemütlich mit 100 km/h im immer noch stärker werdenden Regen.
Wir kommen gut voran. Das abkleben der Lima scheint zu halten.
Bei Landsberg am Lech fahren wir auf den Rastplatz, damit sein Oldie eine Ruhepause bekommt. Speziell auf die Lima wird ein Auge geworfen. Aber es sieht alles sehr gut aus.
Hier sieht man wie klein mein Cabrio ist. Die Rücksitzbank ist komplett voll und der kleine Kofferraum sowieso.
Nach einer kleinen Raucherpause geht es wieder zurück in den Verkehr.
Wir haben schon einen Stau und reichlich Regen hinter uns gelassen, also sollte der Rest kein Problem werden.
Ich sollte noch erwähnen, das mein Freund hier ohne Licht fährt, da sonst erfahrungsgemäß seine Lima zicken macht.
Bei gleichmäßigem Tempo werden Kilometer gefressen. Ich fahre mit einem Abstand immer hinter ihm. Da taucht er auf. Der Wagen den man im Augenblick überhaupt nicht brauchen kann. Die Polizei. Langsam nähern sie sich dem Audi, der ohne Licht im Tropischen Monsunregen fährt. Mein Kumpel sieht sie zum Glück auch und schaltet widerwillig das Licht ein, was die Polzei mit genugtuung sieht und weiter fährt.... Promt meldet sich die Lima. "ich will nicht mehr arbeiten unter solchen bedingungen"
Runter von der Autobahn auf den Rasthof. Er hofft das eine kleine Pause wie vorher, sie wieder ermuntert zu arbeiten.
Inzwischen regnet es nicht mehr so stark. Das Wetter macht einem also wenig Mut.
Das Panzertape wird entfernt und mit einem kleinen Kompressor wird versucht die Lima zu trocknen.
Zwischenzeitlich kaufe ich im benachbarten Geschäft noch 3 Pack Toastbrot. Dazu gesellen sich noch Knoblauch- und Kräuterbutter, sowie eine Flasche Rum und Cola. Damit wir was besonderes haben zum anstoßen, wenn , ja wenn wir ankommen.
Nach einer gefühlten halben Stunde läuft der Wagen wieder. Voller Hoffnung und Flüchen fahren wir weiter.
Das Wetter will uns aber weiter auf die Probe stellen.
30 km später, kurz vor Leutkirch, läuten die Totenglocken für die Lima.
Nichts geht mehr.
Runter von der Autobahn und rein in den Rasthof.
The same procedure as every year.
Panzertape runter, Kompressor raus und darauf hoffen, das es nicht soooo schlimm ist.
Die Pause wird immer länger und irgendwann beschließen wir die Reise, ohne der Lima und nur auf Batterie zu vollenden.
Aber wie heisst es so schön. Das Glück ist mit dem Tüchtigen. Auf unserem Weg liegt eine Boschwerkstatt.
So einer Einladung können wir nicht widerstehen.
Die freundlichen Damen an der Annahme helfen uns so gut es geht. Mein Kumpel hatte beim suchen nach einer bezahlbaren Lichtmaschine schon den ganzen Landkreis abgesucht und nie das passende ( bezahlbar ) gefunden. Nun hängt unser Glück am Können und Wissen der Damen.
Nach ca einer halben Stunde dann die Meldung. Ja wir können eine zu einem vernünftigen Preis besorgen. Sie wäre am nächsten Tag da.
Mit Freuden haben wir die Anzahlung geleistet und sind ohne funktionierender Lima weiter zum Festival gefahren. Wenn wirklich die Batterie keinen Strom mehr gehabt hätte, bevor wir das Gelände erreichen, hätte ich ihn abschleppen müssen.
Ja, wir haben es geschafft.
Wir haben uns ein schönes Plätzchen ausgesucht und alles aufgebaut und haben erst mal einen Trunk zu uns genommen.
Inzwischen ist auch der Regen spürbar zurück gegangen, so das ein gemütliches Grillen unterm Pavillion möglich war.
Am Donnerstag Vormittag bekamen wir den Anruf, das die Lima geliefert worden war.
Da liesen wir uns nicht lange bitten und sind sofort losgefahren. Nachdem mein Kumpel am vorabend bereits die Hand ans Auto legte, ging der Einbau recht flott. Es mußten nur noch 4 Schrauben organisiert werden, was aber bei einem Festival mit Bühne und viel Technik kein Problem war. ( der Deckel auf der Rückseite der Lima hatte im Original 4 Bolzen und die neue brauchte 4 Schrauben ).
Nachdem alles Fertig war wurde natürlich wieder ein Bierchen getrunken.
Ich hatte extra noch eine Räucherschale mit Weihrauch entzündet und die Götter um Beistand gebeten.
Den Rest könnt ihr euch denken. Bier, Grillen, Heavy Metal. Und das bis Sonntag Morgen.
Bei der Rückfahrt gab es keine Probleme. Alles lief wunderbar.
Schee wars
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