Den Kontrollstaat würde ich vorerst mal hinten anstellen. Der Verkauf von persönlichen Daten seitens Telekommunikationsunternehmen, Versicherungen, Krankenkassen und ähnlichen Anlaufstellen im täglichen Leben ist seit Jahrzehnten gängige Praxis. Was haben wir dagegen unternommen? Nichts. Vielleicht außer dem zaghaften Protest aus dem spitzen Winkel heraus und der Aufforderung an den Staat, dagegen vorzugehen. Ergebnis: reden wir nicht drüber.
Nicht der Staat installiert den Großteil der Überwachungsapparate in der Öffentlichkeit. Es sind die Geschäftsbetreiber, die wohl sehen wollen, weshalb ihr Laden so selten frequentiert wird, das eigene Personal unter Beobachtung halten und gleichzeitig der besorgten Bevölkerung die Seele balsamieren, die schon länger fordert, dass gegen die eskalierende Gewalt seitens derer, die man ohnehin hier nicht braucht, nur Überwachung hilft. Gleichzeitig läuft die Mehrheit in der Weltgeschichte rum, ist jederzeit zu orten und findet das auch noch große Klasse. Nur sich selbst überwachen lassen, das will man mit Sicherheit nicht. Schon gar nicht vom Staat! Ausnahmen gelten für den gesamten Rest, der stets so freundlich ist, einen erhobenen Daumen zu schicken.
ich erinnere mich noch daran, als in der gastro die überwachungskameras aufkamen. als ich mich damals darüber beschwerte und echauffierte gab es nur genervte und unverständige reaktionen aus meinem umfeld. niemand störte sich daran. ich habe den eindruck, niemanden interessiert es von wem er zu welcher zeit unter kontrolle steht. da werden freudig die digitalen uhren angezogen und man ist begeistert dann morgens zu sehen, wann man wie tief geschlafen hat, wie schnell man beim joggen unterwegs war, und wie viele schritte man am tag allgemein lief.danke @w74 für deinen kommentar, da kann ich nur zustimmen. ergänzen möchte ich noch, dass ein großteil der bevölkerung selbst kameras vor den häusern installiert.dort, wo ich wohne steht bald keines der neueren häuser, ohne eine kamera über der klingel. wohnen dann noch kinder darin, blinken zusätzlich noch punkte auf displays, wo sich diese gerade befinden. da werden schon die kleinen an die permanente überwachung gewöhnt.
Nicht zu vergessen, die Versicherungsgesellschaften, die zuvor noch rieten, sich hochgradig zu verbarrikadieren, doch jetzt zur Rundumüberwachung drängen, was die Police um 0,1 % sinken lässt und die Experten für das öffentlich einsehbare Nasenbohren höchst erfreut.🤔