Das ist nicht nur meine Sicht, sondern die Sicht praktisch der ganzen Ökonomen- und Buchhalterzunft.
Es ist ja auch völlig in Ordnung, wenn man seine Ersparnisse nicht in Geld anlegen will.
Geld ist kein guter Wertspeicher und damit das System funktioniert, muss es ausgegeben werden.
Trotzdem kann man nicht leugnen, dass das Kreditieren die Basis für jeden Handel ist.
Man kann es natürlich so machen wie Thorsten Polleit (und viele andere) in seinem Interview mit Olli Janich und einfach die Geschichte leugnen und so tun, als hätte man immer primitiven Tauschhandel betrieben bis der böse Staat dahergekommen ist und uns einfach das Papiergeld aufgezwungen hat.
Das bringt einen aber nicht weiter.
Glaubst Du die weltweiten Handelsbeziehungen könnte man ohne Kredit aufrechterhalten?
Handel geht nur mit doppelter Buchführung und die wird eben in Geld ausgedrückt.
Die großen Messen im 16. Jahrhundert waren nur dazu da, um die Bücher glatt zu stellen.
Zwischendurch wurde nur kreditiert.
Dafür hatte man sogar ein eigenes (privates) Wertmaß.
Mehr dazu hier
In diesem Buch findest Du die zwei Aufsätze von A.Mitchell-Innes.
Das Buch ist kostenlos.
Die Aufsätze von Mitchell-Innes sind wohl das Beste was je über Geld geschrieben wurde.
Nein, das ist eine Irrlehre. Solche Ansichten unterliegen Trends wie das in den meisten Wissenschaften der Fall ist.
Etwas, was kein guter Wertspeicher ist, hat anreizbedingt keine ausreichend hohe Marktkapitalisierung und ohne hohe Marktkapitalisierung kann keine gute Preisstabilität (Geldwertstabilität) gewährleistet werden.
"Man kann es natürlich so machen wie Thorsten Polleit (und viele andere) in seinem Interview mit Olli Janich und einfach die Geschichte leugnen und so tun, als hätte man immer primitiven Tauschhandel betrieben bis der böse Staat dahergekommen ist und uns einfach das Papiergeld aufgezwungen hat."
"Glaubst Du die weltweiten Handelsbeziehungen könnte man ohne Kredit aufrechterhalten?"
Wo liegt der ökonomische Sinn der Goldschürfung (abgesehen von dem was man für industrielle Zwecke braucht.)?
Worin liegt der Sinn, dass man Gold unter großen Aufwand und Umweltverschmutzung aus der Erde holt (oder so wie früher Völkermord zu betreiben, um es zu bekommen) und es dann wieder unter der Erde lagert?
Worin liegt der ökonomische Sinn, dass die Staaten einen großen Teil des Goldes vom Markt fern halten?
Was hat es der Menschheit gebracht, dass während des Gold Rush ein Teil der US Bevölkerung im Westen des Landes nach Gold gesucht hat, anstatt sinnvolle Waren herzustellen?
Wie konnte Deutschland nach dem Krieg zu einer Wirtschaftsmacht aufsteigen, ganz ohne Gold und zum großen Teil sogar ohne DM (Stichwort Handelswechsel)?
Warum entscheidet man sich im internationalen Handel ganz freiwillig meist für USD und nicht für Gold?
Warum benutzen die Bürger in Staaten ohne eigene Währung USD oder Euro und kein Gold?
Du musst übrigens um am internationalen Handel teilzunehmen überhaupt keinen Aufwand betreiben.
Du zahlst mit der Kreditkarte oder tätigst eine Überweisung.
Den Rest erledigen Clearingbanken.
Glaubst Du für jede einzelne Zahlung wird extra die entsprechende Währung gekauft oder verkauft?
Ein Goldstandard macht ein paar wenige Monopolisten reich und der Rest der Welt muss bei denen betteln gehen.
Kredit Geld kann jeder erschaffen.
Darum gibt es dies auch schon viel länger als jede andere Form von Warengeld.